Berufstätiger Schüler mit Ehrenamt

Berufstätiger Schüler mit Ehrenamt
 Jungscharlager 2004, Gloxwald

Jungscharlager 2004, Gloxwald

15

Mein erster Ferialjob

Seit ich 13 war hängte ich mehrmals pro Woche beim Apple Händler meines Vertrauens ab. Bei der Unicom durfte ich Fragen stellen, neugierig bei Reparaturen zusehen und mich als Teil des Teams fühlen.

Mit 15 wurde ich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, in den Ferien zu Arbeiten. Freudig willigte ich ein. In fünf Wochen lernte ich wie man CD-Laufwerke austauscht, einfache Systemfehler behebt und RJ45 Stecker auf CAT 5 Kabel crimpt.

Jeden Montag schleppte ich meinen iMac zu Fuß in die Arbeit, und jeden Freitag wieder nach Hause. In der Unicom gab es höllisch schnelles Internet mit 2Mbit — kein Vergleich zu meinem 56k Modem zu Hause. In den Pausen und nach Dienstschluss fetzte ich mit Lichtgeschwindigkeit durch den Cyberspace.

 Abschiedsgeschenk von einem Kollegen nach meinem Ferialjob

Abschiedsgeschenk von einem Kollegen nach meinem Ferialjob

 

15 bis 16

Schulwechsel

Nach vier Jahren Unterstufe im Sprachenzweig des Europagymnasium Auhof war es Zeit für Veränderung. Ich wollte in den IT-Zweig der HAK-Auhof wechseln. Hier gab es einen neuen Schulzweig, bei dem die Schüler ab der zweiten Schulstufe ein Notebook für den Unterricht verwendeten. Mehr brauchte ich nicht zu wissen.

Einzig meine Mathe-Lehrerin konnte mich noch an der Aufnahme hindern. Meine schlüssigen Argumente konnten sie allerdings davon überzeugen, dass meine Kenntnisse für die HAK absolut genügend waren.

 

16 bis 18

Nach der Schule ins Büro

Mehrmals pro Woche besuchte ich meine Ferialjob-Kollegen in der Unicom. Wenn gerade für einen Kunden kein Techniker verfügbar war, durfte ich versuchen, sein Problem zu lösen. Oft konnte ich rasch helfen, und die Kunden bedankten sich meist mit einem netten Trinkgeld. Zu dieser Zeit kam ich auch zum ersten Mal mit Exoten von Sun Micrsosystem in Berührung.

 Herumspielen an einer SunBlade 100 im Jahr 2003

Herumspielen an einer SunBlade 100 im Jahr 2003

Hier wurde mir nie langweilig. Entweder ich konnte zur Hand gehen, oder ich bastelte an meinen eigenen Ideen. Besonders stolz war ich, als ich 2001 die Zertifizierung zum Apple Product Professional ablegen durfte. 

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17

Mein bis dahin größtes Projekt: Ein neuer Schulprospekt

Alle waren aufgeregt; der Augenblick war nah: Bald sollten wir Block gegen Notebook tauschen. Es gab Schulangebote von Gericom, Empfehlungen unserer Professoren und eine Richtlinie: Windows. Mein heiß ersehntes Power Book G4 passte da so gar nicht ins Konzept.

Als meine Begeisterung für Gestaltung durch meine außergewöhnliche Notebook-Wahl zu unserem Herrn Direktor durchgedrungen war, kam er auf mich zu: 
Er würde gerne den Schulprospekt neu gestalten; ob ich mir das zutraue. Nach einer kurzen Demonstration meiner bisherigen Arbeiten durfte ich mich an die Neugestaltung heranmachen. Gute Noten förderte dieses Projekt zwar nicht zu Tage, aber dafür wußte ich immer genauer, was ich einmal beruflich machen werde.

 Mit vorhandenem Bildmaterial setzte ich in Macromedia FreeHand diesen Schulprospekt 2002

Mit vorhandenem Bildmaterial setzte ich in Macromedia FreeHand diesen Schulprospekt 2002

 

18 bis 20

Nachtwächter und Bürohengst

 In einer 12-Stunden-Schicht muss auch mal Platz für eine Pause ein. Damals schickte ich Barbapapa auf Erkundungstour durch mein Kämmerchen.

In einer 12-Stunden-Schicht muss auch mal Platz für eine Pause ein. Damals schickte ich Barbapapa auf Erkundungstour durch mein Kämmerchen.

Ab meinem 18. Lebensjahr arbeitete ich neben der Schule als Nachtwächter bei Group4 Falck immer freitags von 19.00 Uhr bis samstags um 7.00 Uhr und mittwochs als Sachbearbeiter bei der VKB in der Wertpapierabteilung von 14.00 Uhr bis 18 Uhr.

 

18 bis 28

Jugendleiter auf Clubabenteuer

Schon seit meiner Kindheit besuchte ich die Jungschar / Jugend St. Magdalenas. 2004 fuhr ich zum ersten Mal auf Jungscharlager als Betreuer mit. Was für ein Erlebnis! Eine Woche lang spielen, basteln, Heimweh-Placebos austeilen, Gruselgeschichten erzählen, zwei bis drei Stunden schlafen, aufstehen, in den Essensraum eilen und gierig in eines der fertig geschmierten Honig- oder Marmeladebrote beißen. Unsere Köchinnen und Küche verwöhnten uns vom Frühstück zur Mitternachtsjause. Es war anstrengend, aber jede Minute wert.

 Die letzten Minuten als Zuckerlmänner, bevor eine Horde von 30 Kindern unseren aufgenähten Leckereien nachjagte. Die Angst steht uns berechtigt ins Gesicht geschrieben!

Die letzten Minuten als Zuckerlmänner, bevor eine Horde von 30 Kindern unseren aufgenähten Leckereien nachjagte. Die Angst steht uns berechtigt ins Gesicht geschrieben!

Im selben Jahr übernahmen Christine Kaar und ich die Leitung eines Jugendclubs (ab 13 Jahre), der über 10 Jahre hinweg bestehen sollte. Wir bereiteten die wöchentlichen Clubstunden vor, organisierten Clublager von Salzburg bis Kroatien und halfen bei allen möglichen Veranstaltungen mit.

 Der ÖAMJC (Österreichs Anzigoatige Magdaleninger Jugendclub — Ein gutes Gefühl beim Club zu sein!) am ersten Clublager in Salzburg

Der ÖAMJC (Österreichs Anzigoatige Magdaleninger Jugendclub — Ein gutes Gefühl beim Club zu sein!) am ersten Clublager in Salzburg

 

16 bis 20

Fotos aus dieser Zeit

Neben Beruf, Berufung (schließlich war ich in meiner Freizeit immer noch fleißig am gestalten) und Ehrenamt blieb wenig Zeit für die Schule.

Im Jahr 2005 beendete ich das Experiment "HAK" mit dem Abschluß der Handelsschule.

 "Nie mehr Schule – keine Schule mehr ... !!!" — 2005 hatte die Qual ein Ende

"Nie mehr Schule – keine Schule mehr ... !!!" — 2005 hatte die Qual ein Ende

Ab jetzt war ich frei. Und voller Abenteuerlust!