"Fotografie als Leidenschaft" im NORDICO

Warum im 19. Jahrhundert Portraitfotografen Ihre Modelle mit Eisenvorrichtungen fixierten und viele andere spannende Geschichten aus der Geschichte der Fotografie gabe es am 5. Juni 2016 im NORDICO Stadtmuseum Linz zu hören.

Mag. Andreas Gruber zeigt die größten Schätze des NORDICO im Archiv

Im Rahmen der Ausstellung "KLICK!" im NORDICO Stadtmuseum Linz luden die beiden Vortragenden Mag. Andreas Gruber (Restaurator für Fotografie) und Thomas Hackl (Fotograf) zum gemeinsam Gespräch über die Anfänge der Fotografie.

Original Daguerreotypie

Die Carte de Visite verhalf der Fotografie erheblich zum Aufschwung

Begonnen hat Mag. Andreas Gruber mit der Präsentation von Originalaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert. Dreizehn Teilnehmer, darunter ich mit zwei interessierten Freunden, blickten gespannt auf Originale aus der Zeit der Daguerreotypie und Cyanotypie. Ein wenig geschockt waren wir, als Herr Gruber betonte, dass die Daguerreotypie ein höchst giftiges Verfahren war, bei dem mit Quecksilberdampf gearbeitet wurde. Durch die giftigen Dämpfe verloren die ersten Fotoragen schnell ihre Zähne und Haare, und nicht allzu lange später ihr Leben. Gleich darauf hin lockerte sich die Stimmung wieder, als wir erfuhren, dass Mütter oftmals hinter weißen Vorhängen standen, um Ihre Kinder bei Portraits von hinten festzuhalten (man spricht hier auch von "Ghost Mother Photography"). Doch auch Erwachsene mussten bei damals sehr langen Belichtungszeiten ruhiggestellt werden, um ein scharfes Foto zu erhalten. Dies geschah mit Eisenvorrichtungen, die flexibel eingestellt werden konnten und beispielsweise den Arm stützten oder den Kopf fixierten. Wir erfuhren, dass die Carte de Visite um 1860 erheblich zur Entwicklung der Fotografie beigetragen hat, und dass früher die Negative im Sonnenlicht zu Positiven ausbelichtet wurden.

Der zweite Teil wurde von Thomas Hackl gestaltet. Er präsentierte ca. 20 Kameras aus dem vorigen Jahrtausend - von zweiäugigen Spiegelreflexkameras bis hin zu kleinen Spionagekameras. Herr Hackl führte uns durch die technische Geschichte der Fotografie. Als ich erfuhr, dass die erste 35mm Leica Kamera gar nicht für die Fotografie gedacht war, sondern zum probebelichten von 35mm Filmrollen, war ich doch erstaunt.

Nach sehr interessanten zwei Stunden blieben leider nur noch 20 Minuten, bis das Museum seine Pforten schloss. So konnten wir die Ausstellung "KLICK!" nur noch überfliegen.

Ein kleiner Einblick in die Ausstellung "KLICK!"

Weitere Vorträge/Exkursionen im Rahmen der Ausstellung "KLICK!":

VORTRAG
RICHARD TAUBER FOREVER!

Donnerstag 30. Juni 2016, 19 Uhr
Anlässlich des 125 jährigen Geburtstag des Weltstars referiert Evelyn Steinthaler (Tauber Biografin) über den in Linz geborenen Star der Zwischenkriegszeit.
Anmeldung erbeten, Kosten € 3, Eintritt frei

EXKURSION
SCHÖNSTER BALKON VON LINZ
Freitag 10. Juni 2016, 16 Uhr
Eine Exkursion zum Neuen Dom (Weihe 1924) mit Hubert Nitsch,
Leiter des Kunstreferates der Diözese Linz
Treffpunkt: NORDICO Stadtmuseum Linz, Dauer 2 Stunden
Anmeldung erbeten, Kosten Erwachsene € 9, Kinder € 5, Eintritt frei

Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich an beiden Veranstaltungen sicher teilnehmen.